BDNF

by Florian Wolf
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BDNF (Brain-Derived Neurotophic Factor) ist ein relativ neuer Biomarker der Gehirnfunktion. Es handelt sich um ein Eiweiß, welches durch ein spezifisches Gen (BDNF-Gen) kodiert wird. BDNF selbst gehört zur Wachstumsfaktorfamilie der Neurotrophine, welche sowohl im Gehirn (hoch angereichert im Hippocampus) als auch in der Peripherie gefunden werden. BDNF reguliert die neuronale Trophic und das Replacement (Steuerung des Ersatzes von abgestorbenen Neuronen durch Stammzellen), es reguliert die synaptische Konnektivität (Signalübertragung an den Synapsen), Faserführung, die Dendritenmorphologie (Dichte und Verzeigungsfähigkeit der Nervenzellenfortsätze) sowie die Plastizität der Synapsen, sowie die Gesamtheit der Aroborisation im Sinne der Neuroplastizität. Im Gehirn ist die größte Aktivität in Hippocampus, Cortex und basalen Vorhirn. Der Polymorphismus Met66 des BDNF bildet ein unreifes, schwächer wirksames BDNF mit gehäuften Ängsten, Depressionen und Suiziden durch verminderte Neuroplastizität beschrieben. BDNF wird auch in Muskelzellen gefunden und dienen dort als Myokin bei der Myokinese und der Muskelregeneration. Die biologische Wirkung des BNDNF wird durch Serotonin (5-HT) ergänzt, bzw. optimiert, da beide Substanzen in Nervenzellen ähnliche Transkriptionsfaktoren (CREB-Proteine =camp response-element binding) am Ende der Serotonin-Signalkaskade bedienen.


FAKTOREN DES BDNF-METABOLISMUS
Stimulierend auf die BDNF- Produktion wirkt eine kalorische Restriktion (auch intermitting fasting), körperliche Aktivität und Sport, ausreichender erholsamer Schlaf, Antidepressiva, speziell SSRI, Elektroschocktherapie, sowie Serotonin-Präcursoren und Mikronutrienten. Nicht gesichert, jedoch wahrscheinlich wirksam sind Entspannungsverfahren wie Achtsamkeitsmeditation, Yoga o.ä. Der BDNF-Metabolismus wir gehemmt durch chronischen Stress, Insomnie, Übertraining, durch zahlreiche psychische Erkrankungen und Neurodegeneration, Luftverschmutzung und Hormonmangel, speziell Estradioldefizit. Der Mangel an BDNF erklärt die deutliche Volumenminderung von Hippocampus, subgenualem Cingulum (verbindet präfrontalen Kortex und Amygdala) und erklärt somit die fehlende Inhibition der Amygdala mit hoher Prävalenz für Entwicklung von Depressionen und Angststörungen. Im Rahmen von psychischen Erkrankungen wie Major Depression, Schizophrenie, bipolare Störungen, Zwangserkrankungen, Anorexia nervosa und Bulimie, sowie bei alle neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz, Morbus Alzheimer, Huntington Chorea, Epilepsie und Suchterkrankungen werden deutlich verminderte BDNF- Spiegel gemessen.

MESSUNG UND BESTIMMUNG VON BDNF
BDNF wird im Serum bestimmt. Dabei benötigt man 1ml Serum das nach der Abnahme gefroren werden muß. Vorher muss es zudem zentrifugiert und abgesert werden außer man verwendet Monovetten mit Trenngel. In Ausnahmefällen kann es auch ungefroren innerhalb von 24 Stunden ins Labor geschickt werden. Die Abnahme sollte am Morgen zwischen 8 und 9 Uhr erfolgen. Die Indikationen für BDNF- Bestimmung sind sämtliche chronische Stressbelastungen, Burnout, Fatigue Syndrom, sämtliche neurodegenerativen psychischen Erkrankungen und Insomnie. Ein erniedrigter Wert, d.h. Ein Befund unterhalb der unteren Normwertsgrenze drückt einen deutlichen BDNF Mangel aus und erfordert zahlreiche interventionelle Maßnahmen.

ZUSAMMENFASSUNG
Durch die Verbreitung chronischer Stresserkrankungen ist es immer häufiger notwendig, sehr exakt die biologischen Langzeitfolgen des Stress für die Gehirnfunktion frühzeitig zu erkennen, um präventiv oder auch therapeutisch eingreifen zu können. Insofern ist die Bestimmung des BDNF bei den oben beschriebenen Indikationen eine hervorragende diagnostische Erweiterung, verbunden mit der Möglichkeit eine intensive, multimodale Therapie zu beginnen.

AB FEBRUAR 2015 STEHT DER BDNF MARKER IM YOURPREVENTION™ LABOR ZUR MESSUNG ZUR VERFÜGUNG.
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