Integraler Stress Test™ (IST™TEST)

Dieses Testverfahren ist ein ganzheitliches und wissenschaftlich gesichertes Instrument, um systemische Ursachen von Erschöpfung und Leistungsverlust zu erfassen. Dabei setzt sich der Test aus einzelnen Modulen zusammen, welche auch separat eingesetzt werden können. Um individuelle Risiken für Stress-Folgeerkrankungen und psychische Erkrankungen zu erfassen, sollte jedoch der gesamte standardisierte Integrale Stress Test™ durchgeführt werden. Alle Daten werden von den Teilnehmern selbst erfasst. Das beinhaltet die Abnahme von Speichel und Urinproben sowie die elektronische Beantwortung der Fragebögen, sowie eine HRV-Messung (Herzraten-Variabilität). 

 

NEUROPSYCHOLOGISCHE FRAGEBÖGEN

Der Zeitaufwand für diese Messung ist minimal und die Ergebnisse liegen dem Betreuungsteam in Form aussagefähiger Berichte unmittelbar vor. Darin werden die unterschiedlichen typischen Stress-Symptome (Phänotypen), deren bisherige Dauer und subjektive Wahrnehmung, die persönlichen, familiären und beruflichen Stressoren und individuellen Stressverstärker (Überforderung, mangelnde Abgrenzung, Angst bzw. Ängstlichkeit, hohe Selbsterwartung, Perfektionismus und Gratifikationskrise) erfasst und qualitativ gereiht. Die Fragebögen wurden mit Blick auf die psychologischen Verhaltens-Massnahmen entwickelt. Sämtliche Fragebögen können sowohl traditionell mit Stift und Papier, als auch elektronisch über neuartige Internet-Interfaces beantwortet werden, bei absolut sicherer Übertragungsverschlüsselung. Stress-Symptome Stressoren Stressverstärker Patient Health Questionnaire (PHQ) Copenhagen Burnout Inventory Effort-Reward-Imbalance Questionnaire Die Fragebögen werden alle in einer von YourPrevention™ entwickelten IT Umgebung zur Verfügung gestellt. Diese können von Probanden elektronisch auch an mobilen Endgeräten wie einem iPad ausgefüllt werden. Der Zeitaufwand beträgt ca. 10 – 15 Minuten.

Fragebögen
Auszug aus der Auswertung des neuropsychologischen Fragebogentests. Die Ergebnisse zeigen die Stressoren und deren Zuordnung zu beruflichen, familiären und privaten Stressoren, Stressverstärker, eine Verdachtsdiagnose zu psychischen Störungen nach ICD-10 auf Grundlage der Antworten im PHQ sowie das Ergebnis aus dem Copenhagen Burnout Inventory (CBI).

LABORANALYSEN IM SPEICHEL UND URIN

Die vom Teilnehmer selbst zu erfassenden Proben aus Speichel und Urin sind eine objektive Beurteilung des Grades von Erschöpfung und von Leistungsbereitschaft. Dieser neurobiologische Ansatz ermöglicht auch die Zusammenhänge von Verhalten und Stress-Belastung besser zu identifizieren und dadurch gezielte Lösungsansätze zu erarbeiten. Die gemessenen Marker sind im Einzelnen:


Cortisol Tagesprofil (im Speichel)
Die Bestimmung des Speichel-Cortisols 30 Minuten nach dem Aufwachen, 8 Uhr, 14 Uhr und 20 Uhr definieren die reguläre adrenale Leistungsfähigkeit, wie Gesamt-Aktivität über die Beobachtungszeit durch Bestimmung der Fläche unter der Kurve (AUC), Nachweis der Diurnalität mit Erhalt der biorhythmischen Variation sowie Linearität der Wertesequenz 

Cortisol

Typische Verläufe des Cortisol-Tagesprofils im Speichel bei unterschiedlichen Diagnosen, allerdings mit grossen Überlappungen. Bei erniedrigtem Cortisol (= Hypocortisolismus) ist häufig eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) in der Anamnese, und akut eine markante Erschöpfung der adrenalen Funktion erkennbar. Exzessive Cortisolwerte (Hypercortisolismus) findet man bei ca 30-50 % der Major Depressionen. Invertierte Cortisolwerte sind Ausdruck einer erheblich Disruption der Biochronologie.

Neurotransmitter (im 2. Morgenurin)
Im 2. Morgenurin werden einerseits die Neurotransmitter der sympatho-exzitatorischen Stressreaktion wie Noradrenalin, Dopamin und Glutamat, als auch die inhibitorischen Neurotransmitter Serotonin, und GABA (Gammaaminobuttersäure) durch HPLC und Fluoreszenz-chemische Darstellung bestimmt. Mit dieser Bestimmung wird sowohl die zentralnervöse Stressreaktion der  exzitatorischen Neurotransmitter als auch der inhibitorischen „Stressbremsen“, sowie deren Balance quantifiziert. Während in der Literatur vor allem die Serotonin-Bestimmung kritisch gesehen wird, ist gerade dieser Parameter aus klinischer Sicht eher unverzichtbar geworden. Zahlreiche Autoren arbeiten erfolgreich mit diesem diagnostischen System Exzesse der Exzitatoren sind genauso wie Defizite der Inhibitoren für eine mögliche substitutive Therapie bedeutsam. 

MESSUNG DER HERZRATEN VARIABILITÄT (HRV) ÜBER 3 TAGE 

Die Herzraten-Variabilität ist ein modernes Verfahren, mit dem man die durch Sympathicus und Parasympathicus (n.Vagus) bedingten Einflüsse auf die cardiale Puls-Variabilität über 24-72 Std dokumentieren kann. Mit Hilfe moderner Datenverarbeitungssysteme werden die resultierenden Rohdaten gefiltert, nach ihrer Variabilität (HF = high frequency, LF = low frequency) analysiert, charakterisiert und die klinisch verwertbaren Parameter sowohl numerisch als auch graphisch berechnet und dargestellt. Wichtige klinisch aufschlussreiche Parameter sind:                                 
·      Pulsfrequenz
·      LF (low frequency) = Sympathicus- (gering Vagus-) bestimmt
·      HF (high frequency) = vorwiegend Vagus–bestimmt 
·      HF/LF - ratio 
·      pNN50 = % der Herzschläge, mit > 50 msec Abstand, und                  
·      RMSSD = Quadratwurzel der quadrierten Standardabweichungen der Mittelwerte als bedeutsamster Indikator der Vagusaktivität

Mit dem eingesetzten Testverfahren von FirstBeat werden drei aufeinander folgende Tage und Nächte erfasst um diurnale Schwankungen besser zu erkennen und um ein repräsentativeres Ergebnis zu erhalten. Die HRV gibt insbesondere Aufschluss darüber, wie gut der Einzelne fähig ist zu regenerieren und wie sich der Lebensstil (Sport, privates und berufliches Umfeld, Alkoholkonsum etc.) auf die Regeneration auswirkt. Diese Messung eignet sich darüberhinaus zur Verlaufsmessung und objektiven Beurteilung der Regeneration im Schlaf, ein wesentlicher Bestandteil zur Herstellung der Ressourcen.


HRV bad

Graphische Darstellung einer 3-tages Messung der Herzraten Variabilität. Während in der 2. Nacht die Regeneration in einem sehr guten Bereich liegt erkennt man deutliche Einbußen in der Regeneration in den beiden anderen Nächten durch Abendsport (Übertraining) und Alkohol-Genuß. 
Die Messung und Auswertung der HRV erfolgt mit dem BodyGuard2 von FirstBeat. Über zwei Klebe-Elektroden wird das RR-Signal des EKG abgegriffen und damit eine in Millisekunden präzise Erfassung von Puls und Herzfrequenz-Variabilität ermöglicht. Ziel dieser Methode ist es vor allem, die regenerierende Vagus-Aktivität am Tag und in der Nacht zu erfassen, sie zu quantifizieren, um die Erholungs- und Regenerationsfähigkeit insbesondere während der Nacht zu überprüfen bzw. zu dokumentieren. 

DIE EXPERTISE

Die HRV und Labortests werden von uns individuell befundet. Am Ende erhält der betreuende Arzt oder Coach eine individuelle Expertise mit einer klaren Empfehlung zur weitergehenden Therapie oder ggf. Diagnostik. Bei Interesse an der Durchführung des Integralen Stress Tests™ setzen Sie sich bitte direkt mit uns in Verbindung. Die Kosten pro Test und einem 1-stündigen Gespräch mit einem unserer Ärzte (siehe YourPrevention™ Netzwerk) liegen bei ca. 750 EUR. Wenn Sie Interesse an der Durchführung eines IST™TESTS haben, dann melden Sie sich bitte mit dem Formular unter www.ist.yourprevention.de  an